12. Geschichte: Die klassizistische Ästhetik des 18. Jahrhunderts

Dieter Dorth, Dozent der VHS Bad Homburg

Johann Joachim Winckelmann und die Mimesis der Antike

Winckelmann ist der Begründer der klassischen Archäologie und hat mit seinen berühmten Werken „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ (1755) sowie „Geschichte der Kunst des Altertums“ (1764) einen fundamentalen Einfluss auf die ästhetische Literatur des 18. Jahrhunderts (v.a. Herder, Moritz, Schiller und Goethe) ausgeübt.
Er nahm als erster eine entwicklungsgeschichtliche Gliederung der Antike vor; ihre Kunst ist ihm ein höchstes, normatives Prinzip, das sich in der Idealisierung griechischer Kunst als des ästhetischen goldenen Zeitalters schlechthin manifestiert. Auf Winckelmann geht somit der Klassizismus des 18. Jahrhunderts zurück, für den die griechische Kunst als zeitloses Vorbild zum Gegenstand der Nachahmung – Mimesis – aller nachfolgenden Ästhetik wird. Ihr Inbegriff ist die „edle Einfalt und stille Größe“, die sich v.a. in der heroischen Haltung gegenüber Leiden und Leidenschaften (namentlich bei Laokoon) zeigt: der „Ausdruck in den Figuren der Griechen“ vermittele „bei allen Leidenschaften eine große und gesetzte Seele“.
Im Mittelpunkt des Seminars stehen u.a. Winckelmanns o.g. Schriften.

46,- Mitglieder (52,- Nichtmitglieder)
Do., 25. Januar und 01. Februar 2024
19.00 – 20.30
In den Räumen der MbW
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