27. Die Normandie Busreise 31. August – 06. September 2026
T. Huth, rundum kulturBusreise 31. August – 06. September 2026
Die Normandie ist auf den ersten Blick eine dünn besiedelte, idyllische, geradezu parkähnliche Landschaft, mit Fachwerkhäusern und französisch-charmanten Ortschaften. Doch unterschätzen darf man sie nicht, viele international bekannte und liebgewonnene französische Gaumenfreuden entpuppen sich als normannisch, wie Cidre und Camembert, Calvados und Bénédictine-Likör. Die Normandie ist eine Wiege der Kunst. Helden der französischen Literatur, wie Gustave Flaubert oder Guy de Maupassant, sind „Normannen“, wie auch eine Ikone der Haute Couture – Christian Dior.
Dabei haben die Normannen zunächst wenig mit den Franzosen gemein: es sind skandinavische Seeräuber, die im 9. Jahrhundert in Nordfrankreich einfallen und den Frankenkönigen ein Herzogtum abtrotzen, dem es sogar gelingt, England zu erobern. Im Mittelalter ist die Normandie ein unabhängiger Staat unter englischer Kontrolle, der erst nach dem Hundertjährigen Krieg 1450 endgültig an Frankreich fällt.
Trotz oder vielleicht gerade aufgrund dieser Konflikte entsteht in der Normandie ein lebhaftes kulturelles Erbe. Hier blüht die Baukunst der Romanik und wird dergestalt verfeinert, dass sie als Hebamme der Gotik gelten darf. Höhepunkte der westeuropäischen Fachwerkkultur prägen die Stadtbilder wie das von Rouen. Und schließlich entdecken die Künstler der Pleinairmalerei im 19. Jahrhundert die Küste und die Seine – Monets grandioser Garten in Giverny ist das vielleicht schönsten Zeugnis dieser Epoche.
Eine siebentägige Reise in den Nordwesten Frankreichs führt zu ausgewählten Zielen, die einen guten Gesamteindruck der Kultur und der Geschichte des Landes bieten.
Reisebeschreibung
Montag, 31. August 2026
Unser erster Zwischenstopp auf der langen Fahrt in die Normandie ist Amiens, die Hauptstadt der Region Hauts-de-France. Die Stadt hat zwar in den beiden Weltkriegen schwer gelitten, ihr kostbarster Schatz allerdings, die grandiose Kathedrale Notre-Dame, hat wie durch ein Wunder überdauert. Sie ist nicht nur die größte gotische Kirche Frankreichs, sondern auch der Idealbau der Kathedrale schlechthin, Vorbild für den Kölner Dom. Wir besuchen aber nicht nur die Kathedrale, wir unternehmen auch einen Stadtrundgang, der u. a. ins pittoreske Gärtnerviertel Saint-Leu führt.
In Amiens werden wir dann auch übernachten.
Dienstag, 01. September 2026
Mit Rouen erleben wir auf unserer Reise heute die erste Stadt in der Normandie. Die einst bedeutende Hafenstadt zählte viele Jahrhunderte zu den reichsten französischen Städten und war daher oft umkämpft. Dennoch hat sich eine Reihe prachtvoller mittelalterlicher Kirchen erhalten und der große Schatz historischer Fachwerkbauten illustriert ebenfalls eine große Vergangenheit.
Bei unserem Rundgang durch die Stadt besuchen wir die von Monet zahllose Male gemalte gotische Kathedrale, bummeln durch die Fachwerkgassen zu der Tour Gros-Horloge und lassen uns von den Fassaden des berühmten Justizpalastes beeindrucken. Natürlich werden wir auch die Stätte besuchen, an der die französische Nationalheilige Jean d’Arc den Flammentod erlitt.
Entlang der Seine geht es dann nach Saint-Martin-de-Boscherville. Dort sehen wir eine der eindrucksvollsten Kirchen der normannischen Romanik. Ein ebensolches, nur noch großartigeres Bild hätte unsere zweite Station am Nachmittag bieten müssen, die ehemalige Abteikirche in Jumièges. Leider hat die Französische Revolution nur eine Ruine dieser Kirche hinterlassen – es ist sicher die eindrucksvollste ganz Frankreichs.
Von Jumièges geht es dann auf direktem Wege nach Caen, wo unser Zuhause für die nächsten Tage sein wird.
Mittwoch, 02. September 2026
Caen ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des westlichen Teils des Landes, der Region Basse Normandie, volkstümlich auch Calvados genannt. Die Lieblingsstadt Wilhelm des Eroberers, die im Zweiten Weltkrieg beinahe völlig zerstört wurde, besitzt dennoch viele bedeutende Bauten, allen voran die von Wilhelm errichtete Abbaye aux Hommes (Männerabtei), in der er auch begraben wurde. Die Abtei, ihr Gegenstück Abbaye aux Dames und noch einiges mehr werden wir bei einem Rundgang erleben.
Unser Ziel für den Nachmittagsausflug ist Bayeux. Weltberühmt wurde die Stadt durch den „Wandteppich von Bayeux“, der wegen Restaurierungsmaßnahmen leider momentan nicht zu besichtigen ist. Aber die Kathedrale, ein beeindruckendes Meisterwerk der frühen Gotik, entschädigt dafür mit ihrem eleganten Raumbild
Den Tag beschließen wir mit einer Fahrt entlang der Landungsstrände der Alliierten - „Omaha Beach“, „Gold Beach“, und „Juno Beach“ – wo noch heute viele Bunker, Panzer, Landungsboote, und, bei Arromanches, einen künstlichen Hafen vom „D-Day“ erzählen. Danach geht es zurück nach Caen.
Donnerstag, 03. September 2026
Der heutige Tag gehört ganz der Küste und wir besuchen als erstes die „Perle der Normandie“, die alte Hafenstadt Honfleur. Rund um den alten Hafen beeindruckt das wohl schönste historische Hafenensemble Frankreichs. Die gute Erhaltung verdankt sich der Tatsache, dass die Hafenzufahrt schon vor Jahrhunderte versandete und das benachbarte Le Havre zum alles beherrschenden Großhafen ausgebaut worden ist.
Über den Pont de Normandie, die Schrägseilbrücke mit der größten Spannweite in Europa, gelangen wir durch das nach dem letzten Krieg radikal modern wiederaufgebaute Le Havre nach Étretat. Die spektakulären Kreidefelsen rund um das kleine Städtchen zogen schon früh Maler wie Courbet und Touristen an. Ein Spaziergang zu den Klippen zeigt uns, warum.
Und die letzte Station des Tages ist nicht nur was für die Augen, sondern auch für den Gaumen.
Wir besuchen das berühmte Palais in Fécamp und versuchen einen der berühmtesten Liköre der Welt, die Bénédictine. Danach ist die Konzentrationsfähigkeit so weit abgesenkt, dass wir guten Gewissens direkt nach Caen zurückkehren können.
Freitag, 04. September 2026
Eine längere Tour steht uns heute bevor – sie wird zu einem der Höhepunkte an der französischen Atlantikküste führen, zum Mont-Saint-Michel. Auf der Strecke dorthin werden wir uns Zeit für zwei bemerkenswerte Stationen nehmen. Zuerst besuchen wir die eindrucksvoll einen Höhenrücken bekrönende Kathedralstadt Coutances. Notre-Dame ist einer der technisch anspruchsvollsten Bauten der Gotik und zugleich ein ästhetischer Höhepunkt in der Entwicklung dieses Stils.
In Granville, der schmucken Stadt am türkisfarbenen Meer, geht es um ästhetische Fragen anderer Natur. Aus der Stadt stammt Christian Dior – wir besuchen die Gärten rund um die Villa, in der er seine Kindheit verbrachte.
Und dann lockt die wie eine Fata Morgana ein Meer aus Wasser oder Sand überragende Klosterburg Mont-Saint-Michel. Die einmalige Anlage auf einem Felsen in einer Atlantikbucht lockt natürlich Besuchermassen an, wir hoffen aber, dass wir zu einem relativ späten Termin am Tage ein wenig mehr Muße zum Genuss dieser einmaligen Symbiose aus Fels und Architektur haben.
Danach geht es auf direktem Wege zurück zu unserer letzten Nacht in Caen.
Samstag, 05. September 2026
Heute nehmen wir Abschied von der Normandie, lernen dabei aber noch einige bemerkenswerte Orte kennen. In Lisieux besuchen wir den Wallfahrtsort der Heiligen Thérèse, einer Nonne, die 1925, knapp 30 Jahre nach ihrem frühen Tod, heiliggesprochen wurde. Natürlich sehen wir die Wallfahrtsbasilika St. Thérèse, einen der größten Sakralbauten des 20. Jahrhunderts, eine grandiose Mischung aus romanisch-byzantinisch-barocken Stilelementen.
Dann geht es ins Tal der Seine. Dort bewundern wir das Symbol der einstigen Unabhängigkeit der Normandie, eine der bekanntesten Burgruinen Frankreichs: Chateau Gaillard, das von Richard Löwenherz – König von England und Herzog der Normandie – erbaute Bollwerk gegen die französischen Könige.
Unweit davon liegt unsere letzte Station in der Normandie: Giverny. Hier lebte und arbeitete Claude Monet, hier kreierte er einen der schönsten Privatgärten Frankreichs, einen Garten, der ihm im Alter zu wichtigsten Inspirationsquelle wurde. Wir statten Wohnhaus und Garten einen Besuch ab.
Möglichst ohne Stau umfahren wir dann Paris, um unsere letzte Nacht in Frankreich in der alten Krönungsstadt Reims zu verbringen.
Sonntag, 06. September 2026
Wir verlassen Reims natürlich nicht, ohne mit der Kathedrale einen der wichtigsten und schönsten Bauten der Gotik kennen zu lernen. Die Stätte, an der über Jahrhunderte die Könige Frankreichs gekrönt wurden, ist schließlich nicht nur ein kunsthistorisches Monument ersten Ranges, sondern auch der Ort, von dem die Vorstellung des von Gott eingesetzten Herrschers, die Europa über viele Jahrhunderte prägte, ausging.
Über die Autobahn geht es dann zurück nach Friedrichsdorf und Frankfurt.







• 1 Übernachtung im Hotel Ibis Styles Centre Amiens
• 4 Übernachtungen im Hotel Novotel Caen Côte de Nacre
• 1 Übernachtung im Best Western Hotel Reims
• In allen Hotels jeweils ein 3gängiges Menü zum Abend
• Fahrt mit dem Bus der Firma Pitz
• Alle Straßensteuern, Maut- und parkgebühren
• Eintritte:
• Abteiruine Jumièges, Palais Bénédictine Fécamp,Mont-Saint-Michel, Chateau Gaillard, Monets Haus und Garten in Giverny
• Audioguides bzw. lokale Führungen in Fécamp und Mont-Saint-Michel
• Reiseleitung und alle restlichen Führungen durch den Kunsthistoriker Thomas Huth
